Die Bürgerinitiative

›EIN BERNHARD
FÜR DIE PFALZ‹

hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Großplastik zu erwerben und vor dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) repräsentativ zu platzieren.

Wesentlicher Impuls war für die Initiatoren Manfred Geis und Wolfgang Thomeczek, dass dieses Vorhaben nicht, wie üblich, von einem öffentlichen Auftraggeber aus Steuermitteln finanziert werden sollte, sondern von einer breiten Bürgerinitiative, ermöglicht durch Kunst käufe und Spenden. Besitzer des Kunstwerks wird der Bezirksverband Pfalz, in Obhut genommen wird es vom mpk.

 

Franz Bernhard (1934-2013) zählt zu den bedeutenden deutschen Plastikern des 20. und 21. Jahrhunderts. Er schuf ein OEuvre von großer Einprägsamkeit, das sich zwischen Figuration und Abstraktion bewegt und das seine unverwechselbare Handschrift trägt. Mit seinen Großplastiken im öffentlichen Raum setzt er bleibende skulpturale Zeichen; sie stehen an herausragenden Orten wichtiger Städte, wie vor der Deutschen Botschaft in Moskau, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Brüssel, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Berlin, auf der Augusta-Anlage Mannheim als Anfang und Signet der Kunstmeile.

In diese Reihe fügt sich die „Aufragende“ würdig ein als äußeres Zeichen der Wertschätzung der Pfalz für Franz Bernhard, der bereits 1975 den Pfalzpreis für Plastik erhielt und 2014 posthum vom Bezirksverband Pfalz mit dem Lebenswerkpreis ausgezeichnet wurde. Von 1972 bis zu seinem Tod 2013 lebte er in Jockgrim in der Pfalz.

Gemeinsam versuchten die Kunstfreunde Manfred Geis und Wolfgang Thomeczek seit 2020 das Projekt umzusetzen. Die Witwe Lucia Bernhard hat zugestimmt. In Verbindung mit der Leitung des mpk wurde eine geeignete Arbeit, die „Aufragende“, für 90.000 Euro ausgewählt und das Konzept der Aktion erarbeitet: Spenden, Kunstkäufe und ein öffentlicher Zuschuss haben die Realisierung ermöglicht.

Die Fotografie-Ikone Barbara Klemm sowie die Bildhauer Robert Schad, Michael Dekker und die Bildhauerin Madeleine Dietz, alle mit einem persönlichen Bezug zu Franz Bernhard, erklärten sich spontan zur Unterstützung bereit. Die Andreas C.H. Schell-Stiftung, die den Nachlass von Franz Bernhard verwaltet, hat zehn Zeichnungen des Künstlers zum Verkauf für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Die Pfälzer Künstlerinnen und Künstler Valentina Jaffé, Michael Volkmer, Friedrich Weschmitt und Friederike Zeit haben weitere Kunstwerke gespendet, ebenso wie Martin Lilkendey, Dozent an der Universität Koblenz. Der „Freundeskreis des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern“ hat für das Projekt geworben und auf seinem Konto zweck gebunden gut 9.000 Euro Spenden eingesammelt.

Viele Kunstfreundinnen und Kunstfreunde haben durch den Kauf von Kunstwerken und durch großzügige Spenden zum Erfolg der Aktion beigetragen. Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur hat mit der frühzeitigen Zusage einer Förderung von 15.000 Euro den Initiatoren die Sicherheit gegeben, dass das Projekt gemeistert werden kann.

Herzlichen Dank an alle, die das ambitionierte Vorhaben unterstützt und gefördert haben!

Manfred Geis war Kulturpolitiker im Landtag von Rheinland-Pfalz und ist Vorsitzender des Kulturausschusses im Bezirkstag Pfalz, dem pfälzischen Parlament. Seit der Franz Bernhard-Ausstellung 2008 im mpk, als eine Skulptur vor dem Museum stand, beschäftigte ihn die Idee „Ein Bernhard für die Pfalz“.

Wolfgang Thomeczek, lange Jahre Kunstvereins-Vorsitzender in Zweibrücken, Leiter des ›KunstKabinett Tiefenthal‹, war mit dem Künstler über viele Jahre befreundet. Er hat drei Ausstellungen von Franz Bernhard veranstaltet; aktuell vom Mai bis September 2021 mit Arbeiten aus dem Besitz der Witwe Lucia Bernhard.

Titelseite: September 2021 – Probeaufstellung für das Fundament ›AUFRAGENDE‹